Sven Stricker – Sörensen hat Angst

Tod am Koog: Ein verregneter Nordfriesland-Krimi

Buch Cover Sven Stricker Soerensen hat AngstNach einigen Schicksalsschlägen lässt sich Kriminalhauptkommissar Sörensen von Hamburg nach Katenbüll in Nordfriesland versetzen. Denn er leidet unter einer Angststörung und hofft, dass der kleine Ort ihm ein ruhiges, beschauliches (Arbeits-)Leben bescheren wird. Doch Katenbüll ist grau und trostlos, es regnet permanent, die Einheimischen haben nicht gerade auf Sörensen gewartet. Und es kommt noch schlimmer. Gleich nach Sörensens Ankunft wird Bürgermeister Hinrichs tot im Pferdestall gefunden. Schon die ersten Blicke hinter die Kleinstadtkulisse zeigen dem Kommissar: Hier kann man es wirklich mit der Angst bekommen.

Sven Stricker ist mit „Sörensen hat Angst“ ein humorvoller und zugleich nachdenklich stimmender Krimi geglückt.

Der Autor
Sven Stricker wurde 1970 geboren und wuchs in Mülheim an der Ruhr auf. Er studierte Komparatistik, Anglistik und Neuere Geschichte. Seit 2001 arbeitet er als freier Wortregisseur, Bearbeiter und Autor und gewann in dieser Funktion mehrmals den Deutschen Hörbuchpreis, zuletzt 2009 für seine Hörspielbearbeitung und Regie des Romans „Herr Lehmann“ von Sven Regener. „Schlecht Aufgelegt“ hieß sein erster Roman. Er lebt in Potsdam und hat eine Tochter.

Lesungen von Sven Stricker:
17.11. : 6. Krimimarathon, Lesung in Potsdam, MAZ-Mediastore, Beginn: 19 Uhr, der Eintritt ist frei
19.11. : Krimimarathon, Lesung in Berlin, Anna-Seghers-Bibliothek, mit Franziska Steinhauer
25.11. : Benefizveranstaltung „Gewalt gegen Frauen“, Thalia-Kino, Potsdam
30.11. : Buchpremiere Sörensen hat Angst, Brandenburgisches Literaturbüro, Villa Quandt, Potsdam
18.02. : Lesung in Hannover
Weitere Veranstaltungen in Planung.

Sven Stricker
Sörensen hat Angst
Kriminalroman / Originalausgabe
352 Seiten, ISBN: 978-3-499-27118-2
Euro (D) 9,99/ Euro (AT) 10,30
ISBN: 978-3-644-55241-8
rororo
Erscheint am 18. Dezember 2015

Veröffentlicht unter News

Designstudios im Bikini Berlin Pop-up Store

Drei Berlin-Weissenseer Designstudios präsentieren sich im Bikini Berlin Pop-up Store

Vom 22. bis 30. September 2015 werden sich unter dem Dach der Concept Mall Bikini Berlin drei aufstrebende und charakterstarke Weissenseer Designstudios vereinen: Lieselotte, Matzmate und Materialised Creative Studio.
Zwischen 10 und 20 Uhr zeigen sie in der Box Nr.12 exquisites Design und handgefertigte Unikate, die in ihrer stilistischen Vielseitigkeit den kreativen Geist der Stadt repräsentieren. Die gezeigten Produkte verstehen sich als Einblick in das Sortiment, als Live-Katalog der drei Labels, denn jedes hat sich der Maßanfertigung, der Produktentwicklung mit dem Kunden verschrieben. Kunden sind eingeladen, aus der vorhandenen Produktpalette auszuwählen oder sich vor Ort individuell beraten zu lassen und ein ganzpersönliches Einzelstück zu beauftragen.


 

Designstudio Bikini PopUp Store Lieselotte
© Nadja Hannaske

Die gelernte Grafikerin Anka Büchler präsentiert mit Lieselotte ihre upgecycleten Lampen und Etageren aus antikem und retro Porzellan. Jedes Stück ist hierbei sorgfältig ausgewählt und umgearbeitet, so dass der individuelle Charakter des Porzellans erhalten bleibt und in seiner neuen Funktion mit atmosphärischem Licht und femininer Zartheit besticht. Mit ihren Illustrationen „Liebespiel der Wolpertinger“ zeigt Anka Büchler einen weiteren Aspekt ihres kreativen Schaffens.


Designstudio Bikini PopUp Store Matzmate

© Laura Jost

Matzmate steht für exklusive und hochwertige Taschen, Geldbörsen und Fahrradteile die vor allem durch ihre Qualität und Langlebigkeit überzeugen. Nach dem Motto „Form Follows Function“ unterstreicht Designer Stefan Matzdorf die vordergründige Funktionalität durch die Verarbeitung von hochwertigen und widerstandsfähigen Materialien. Der klare, modern-klassische Stil wird durch spannende Details wie ausgefallene Futter und Kontrastgarne oder ausgefeilte Schnittführung und Prägungen aufgelockert.


Designstudio Bikini PopUp Store RobotNik

© Anna Stippa

Mit Materialised Creative Studio haben sich die Künstler Anna Stippa und Sam Read-Jones zusammengefunden. Sam Read-Jones fertigt außergewöhnliche und charmante Holzroboterskulpturen. Jeder einzelne seiner RobotNik ist von Hand bemalt und ein unvergleichliches Unikat.
Beeindruckend ist der Detail- und Ideenreichtum, die Charakterfindung, die Persönlichkeit, die in jedem RobotNik zum Ausdruck kommt. Anna Stippa zeigt diesmal eine Auswahl ihrer Schmuckdesigns, die besonders durch Material- und Formkontraste und dem Spiel mit erschiedenen Stilen bestechen. Für die Weihnachtssaison 2015 planen die drei Designstudios einen weiteren gemeinsamen Pop-up Store.

Veröffentlicht unter News

Die unerzählte Geschichte aus Oliver Twist

Der Klassiker Oliver Twist aus einem neuen Blickwinkelerzählt von Comic-Legende Will Eisner

Buch-Cover-Will-Eisner-Ich-bin-FaginMoses Fagin, der „Jude“ aus Oliver Twist, sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung. Empört darüber, wie Charles Dickens ihn in seinem Buch dargestellt hat, erzählt er ihm seine Lebensgeschichte. Als Sohn böhmischer Immigranten wuchs er in den Slums von London auf. Sein Vater brachte ihm bei, wie man sich mit krummen Geschäften und Betrügereien durchschlägt. Als Fagins Eltern starben, nahm ihn der wohlhabende Geschäftsmann Eleazer Salomon als Diener auf. Bei ihm lernte Moses eine andere Seite jüdischen Lebens kennen. Doch auch in der Oberschicht musste er gegen Vorbehalte und Diskriminierung ankämpfen. Fagin ist eine Figur aus Oliver Twist und wahrscheinlich der bekannteste antisemitische Stereotyp der Weltliteratur. Comic-Altmeister Will Eisner macht Fagin in seiner Graphic Novel zur Hauptfigur und entwirft dessen Lebensgeschichte vor dem Hintergrund des viktorianischen Zeitalters. Fagin wird dadurch zu einem mehrdimensionalen Charakter, der mit Oliver-Twist-Autor Charles Dickens streitet und ihn mit dem Problem des Antisemitismus in der Literatur konfrontiert. Eisner bietet dem Leser so die Möglichkeit, einen Klassiker aus einer völlig neuen Perspektive kennenzulernen.

Charles Dickens wurde am 7. Februar 1812 in Landport bei Portsea in England geboren. Nach einer harten Jugend begann er seine schriftstellerische Laufbahn mit Skizzen, die er unter dem Pseudonym Boz in Londoner Zeitungen und Magazinen veröffentlichte. Die „Pickwick Papers“ machten ihn 1837 weltberühmt. 1868 kaufte Dickens – er war inzwischen ein gefeierter Dichter seiner Zeit – Gadshill Place, von nun an sein ständiger Wohnsitz. Dort starb er am 9. Juni 1870 an einem Schlaganfall. Seine größten Werke: Die Pickwickier (1837), Oliver Twist (1838), David Copperfield (1850), Harte Zeiten (1854), Große Erwartungen (1861). Mit Oliver Twist, seinem zweiten Roman, sicherte sich Charles Dickens seinen Ruf als hervorragender Erzähler. Der Roman schildert das Armeleute- und Verbrechermilieu in realistischer und beklemmender Weise, enthält aber auch melodramatische und groteske Effekte. Oliver Twist ist ein meisterhaftes Gesellschaftspanorama der Viktorianischen Zeit, das die »Parias der Unterwelt« fassettenreich schildert und auf beeindruckende Weise Verzweiflung und Verlorenheit zu vermitteln vermag. Der Roman gehört zu den meistgelesenen Werken von Dickens.

Will Eisner ist eine US-amerikanische Comic-Legende. Der 1917 in New York geborene Autor und Zeichner prägte den Comic des 20. Jahrhunderts so sehr wie kaum ein anderer. Bekannt ist er vor allem durch seinen Superhelden The Spirit und seine Graphic Novel Ein Vertrag mit Gott. Amerikas wichtigste Comic-Auszeichnung, der Eisner Award, ist nach ihm benannt.

Will Eisner
Ich bin Fagin – Die unerzählte Geschichte aus Oliver Twist
Aus dem Amerikanischen von Axel Monte
136 Seiten, Euro 19,99 [D]
ISBN 978-3-7704-5521-8
Egmont Graphic Novel
Erscheint am 3. September 2015

Veröffentlicht unter News

Ahab und der weiße Wal

Buch Cover Chaboute Moby DickMoby Dick von Herman Melville – wer bisher vor diesem Stück Weltliteratur zurückgescheut ist, kann nun den seitenstarken Roman als kurzweiliges Seeabenteuer erleben. In dunklen, rauen Bildern wird das blutige und dreckige Geschäft der Walfänger gezeigt. Hauptfigur ist Matrose Ismael, der auf der Insel Nantucket dem tätowierten Harpunier Queequeg begegnet. Gemeinsam heuern sie auf einem Walfänger an, der Pequod. Dem Schiff und seinem Kapitän eilt ein zweifelhafter Ruf voraus.

Christophe Chabouté wurde 1967 im Elsass geboren. Er gehört zu den talentiertesten französischen Comiczeichnern und ist ein Meister der Schwarzweiss-Technik. Er hat zahlreiche Graphic Novels gezeichnet, die in Frankreich bei Vents d´Quest, Paquet und anderen Verlagen erschienen sind. Im Carlsen Verlag ist zuletzt seine Graphic Novel „Ganz allein“ erschienen.

– Ein Klassiker in herausragendem Artwork
– Autor nominiert für den Prix Angoulême
– Prix BD Marine & Océans 2014
– 2016: 165 Jahre Moby Dick
– 125. Todestag von Herman Melville am 28. September 2016

Chabouté
Moby Dick
Graphic Novel
256 Seiten, gebunden, schwarzweiß
EUR 29,99
ISBN 978-3-7704-5523-2
Erscheint am 1. Oktober 2015
Egmont Graphic Novel

Veröffentlicht unter News

Nicolas Wild – Also schwieg Zarathustra

Persische Reise und ein bisschen Mord

Buch-Cover-Nicolas-Wild-Also-schwieg-Zarathustra„Eine erfrischende Reise, die all dem widerspricht, was wir heute normalerweise vom Iran erwarten würden.“ (Prix France Info 2014)

Sophia Yazdani ist Architektin und lebt in Paris. Vor kurzem wurde ihr Vater ermordet. Nun möchte sie seinen Traum vollenden und im Iran ein zoroastrisches Kulturzentrum eröffnen. Comic-Journalist Nicolas Wild begleitet sie in das Heimatland ihres Vaters. Er lernt auf seiner Reise das frühere Persien von einer Seite kennen, die in der westlichen Berichterstattung für gewöhnlich nicht vorkommt. Ein unterhaltsamer Einblick in das Gesellschaftsleben des modernen Iran, kombiniert mit einer Kriminalgeschichte und einemAusflug in die uralte, exotische Religion der Zarathustren.

Nicolas Wild wurde 1977 geboren und studierte Illustration an der École Supérieure des Arts Décoratifs in Straßburg und an der Kunsthochschule in Boston. Er illustrierte Kinderbücher, bevor im Jahr 2000 sein erster Comic veröffentlicht wurde. Wilds journalistischer Stil rückt ihn in die Nähe von »zeichnenden Reportern« wie Joe Sacco, Guy Delisle oder Emmanuel Guibert.

– In Zusammenarbeit mit ARTE
– Kriminalgeschichte und humorvolles Reiseabenteuer im Iran
– Vom preisgekrönten Comic-Journalisten Nicolas Wild
– Für Leser von Persepolis
– Ausgezeichnet mit dem Prix France Info 2014 im Bereich Nachrichten und Reportage
– Nominiert für den Hauptpreis beim Angoulême Comic-Festival 2014

Nicolas Wild
Also schwieg Zarathustra
Euro 19,99 (D) / Euro 20,60 (A) / sFr 28,90
224 Seiten, broschiert mit Klappe
Format: 17,0 cm x 24,0 cm
ISBN: 978-3-7704-5515-7
Egmont Graphic Novel

Veröffentlicht unter News

Flix – Schöne Töchter

„Dieser Strip handelt von allem, was sich Liebe nennt.“ Flix

Buch Cover Flix Schöne TöchterIn seinen Comicstrips „Schöne Töchter“ – einem Sammelband von einseitigen Kurzgeschichten und zeichnerischen Variationen – berichtet Flix über die Liebe und zwischenmenschliche Beziehungen. Dies tut er so pointiert, dass man sich schon mal ertappt fühlt. Aber auch gesehen, und nie verraten. Das macht den großen Charme seiner Comicstrips aus. Wie wäre das Leben mit all seinen Kuriositäten, wenn wir es nicht so ernst nähmen? Auf erfrischende und immer liebevolle Weise erzählen die Strips von Paarbeziehung, Affären, Trennung, Kinderwunsch und Elternsein, oder einfach den kleinen und großen Liebesbekundungen. Dabei gestaltet er jede Seite anders, setzt die Form des Comics raffiniert ein und hat so ein amüsantes, wunderschönes Bilderbuch über die Liebe geschaffen. Aber er nutzt das ungewöhnliche Format auch für eine Hommage an sein Medium, den Comic. Da ist keine Seitenarchitektur wie die andere, und das sind nicht nur dekorative Spielereien, sondern elementare Bestandteile der Erzählstruktur.Flix gibt den Blick frei auf unsere eigenen Problemzonen aus der humorvollen Metaperspektive. Es ist kein zynischer Blick, sondern ein zutiefst menschlicher. Die Comicreihe „Schöne Töchter“ erlaubt es uns, uns nicht so ernst zu nehmen, ohne die wunderbaren Möglichkeiten der Liebe dabei aus dem Blick zu verlieren. Das überraschende Moment macht die Comicstrips so besonders. Klischees und klassische Rollen werden aufgebrochen. Das hat etwas sehr Befreiendes.

Flix, geboren 1976, hat in Barcelona und Saarbrücken Kommunikations-Design studiert. Seine Diplomarbeit wurde kurz danach unter dem Titel „held“ bei Carlsen veröffentlicht und gewann mehrere Auszeichnungen. Er hat seitdem zahlreiche Bücher im Carlsen Verlag veröffentlicht, darunter das Comictagebuch „Der Swimmingpool des kleinen Mannes“, den Erinnerungscomic über die Berliner Mauer „Da war mal was…“, die Literaturadaptionen „Faust“ und „Don Quijote“ sowie den Kindercomic „Ferdinand, der Reporterhund“ (zusammen mit Ralph Ruthe). Derzeit erscheint sein Comicstrip „Schöne Töchter“ im Berliner Tagesspiegel. Nun liegen die preisgekrönten Geschichten (Max und Moritz-Preis 2012) als quadratisches Sonderformat vor, erweitert um exklusive Beiträge für die Buchausgabe. Flix, der u. a. als Dozent an der Hochschule in Saarbrücken gearbeitet hat, veranstaltet regelmäßig Live-Lesungen und immer wieder auch Comicworkshops im In- und Ausland. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Ein paar Fragen an Flix:

1.) Lieber Flix, Du hast Ende der 1990er, Anfang der 2000er Jahre angefangen, Comics zu zeichnen, zu einer Zeit, als Comics aus Deutschland noch eine Rarität und Graphic Novels in den Medien noch ein Fremdwort waren. Kannst Du Deinen Einstand als Comiczeichner beschreiben? Was hat sich in den letzten Jahren getan, wie erlebst Du die Comiclandschaft in Deutschland heute?

„Als ich angefangen habe, Comics zu zeichnen, kannte ich niemanden, der das auch machte. Das war vor Zeiten des Internets und in Darmstadt gab es einfach keine Comiczeichner. Wohl aber einen ziemlich gut sortierten Comicladen. Darüber bin ich mit den in Bildern erzählten Geschichten in Kontakt gekommen. Zeichnen konnte ich immer schon ganz gut. Und so habe ich versucht das nachzumachen, was ich gesehen habe: Comicalben. Geschichten mit 48 Seiten. Damit habe ich angefangen. Größenwahnsinnig. Aber wenn man keine Ahnung hat, ist das völlig okay.Heute ist es deutlich leichter, Kontakt zu anderen Zeichnern aufzunehmen. Zudem habe ich das Gefühl, dass Comics heute breiter wahrgenommen werden. Der „Schund“-Dünkel dem Medium gegenüber hat abgenommen, noch mehr, ich erlebe eine stärkere Wertschätzung. Die thematische Vielfalt hat zugenommen. Dennoch ist es nach wie vor eine der Herausforderungen der Zeichner, in ihre Ökonomie zu kommen. Ein Comic alleine macht noch keinen Lebensunterhalt.“

2.) Dein aktuelles Buch „Schöne Töchter“ ist eine Sammlung von Strips, die regelmäßig in der Sonntagsausgabe des Berliner Tagesspiegels abgedruckt werden. Wie kam es zu dem Projekt und was hat Dich daran gereizt?

„Ich bin ja erst später zum Team der Sonntagszeichner des Tagesspiegels dazugekommen. Ein Platz wurde frei, weil einer Zeichnerin das regelmäßige Format nicht lag. Ich wollte schon immer Comics für Zeitungen machen, schließlich liegen da die Wurzeln des Mediums. Und eine monatliche Erscheinungsweise, das ist nicht stressig, dachte ich. Dass diese Form jedoch eine ganz eigene Dynamik hat, hatte ich unterschätzt.“

3.) Als Zeitungsstrips musst Du Deine Geschichten immer in einem festgelegten Rahmen erzählen und zeichnen: Das Format ist ca. 30×30 cm, die Stories sollen in sich abgeschlossen sein. Wie bist Du mit diesen Beschränkungen umgegangen? Welche Freiheiten konntest Du Dir nehmen und wie hast Du sie genutzt?

„Es hat eine Weile gebraucht, bis ich mit dieser Freiheit umgehen konnte. Denn es ist deutlich aufwändiger, eine graphisch freie Comicseite zu gestalten, als eine mit 4 Reihen á 4 Bildern. Man muss die Geschichten ganz anders denken. Und muss auf einmal Panelformat zeichnerisch bewältigen, wie man sie vorher nicht habt hat. Es war gar nicht leicht, diese „rechteckige Einzelbild“-Brille abzunehmen und die Seite als Ganzes zu betrachten. Mein Vorbild war irgendwann die Sonntagsseiten von „Calvin und Hobbes“. Bill Watterson, der Zeichner der Reihe, zeigt dort meisterlich, wie man ein großes Format sich graphisch zu eigen macht. Das habe ich versucht. Eine Bildanordnung, die ungewöhnlich ist, aber trotzdem gut lesbar für den Betrachter. So, dass der Betrachter im Idealfall gar nicht merkt, dass ich Experimente mit ihm veranstalte: Dass er im Kreis liest. Oder gegen die Leserichtung. Oder die Zeitung um 180 Grad dreht. Einfach weil die Geschichte, die ich ihm erzähle, es ihm selbstverständlich erscheinen lässt.“

4) Deine Geschichten sind universelle Episoden aus dem täglichen Geschlechterkampf und Beziehungsalltag. Woher stammen die Ideen für Deine Geschichten und wie viel Autobiografisches steckt im Fiktiven und wie viel Fiktives im Autobiografischem?

„Schöne Töchter ist kein autobiographischer Strip. Es geht mir in dieser Reihe darum, Situationen zu bebildern, dass man sie emotional nachvollziehen kann. Ich möchte mit den kleinen Szenen, die in jeder Folge dargestellt werden, den Leser irgendwie „kriegen“. Dass er lacht, dass er seufzt, dass er ein Tränchen verdrückt oder dass der erleichtert aufatmet. Natürlich finde ich die Themen dazu in meinem Umfeld. Aber es geht mir darum, dass sich meine Geschichten echt anfühlen, nicht darum, dass sie eine 1:1-Abbildung meiner Erlebnisse sind.“

5) Du bist nicht nur ein Pionier der deutschen Graphic-Novel-Szene, sondern Du bist auch als einer der ersten unter den deutschen ComiczeichnerInnen mit Deinen Comics auf Lesereisen gegangen und bist in Literaturhäusern aufgetreten. Wie unterscheiden sich Comic-Lesungen von klassischen Buchvorstellungen, und was erwartet die Zuschauer bei den Lesungen zu Deinem neuen Buch?

„Bei meinen Lesungen gibt es viel zu sehen. Ich lese meinen Comic vor und zeige dazu parallel auf einer großen Leinwand hunderte von Bildern. Für den Betrachter entsteht dadurch so etwas wie „langsames Kino“. Nur eben live. Das macht eine Menge Spaß. Den Betrachtern. Aber mir ganz genauso!“
Termine mit Flix:

Leipzig
9. Juli – 8. September 2015
Ausstellung „Schöne Töchter“, Lesung „Schöne Töchter“

Leipzig
27. August 2015
Moritzbastei

Berlin
3. September 2015
Buchpremiere und Lesung mit Mawil „Schöne Töchter“ und „Singles Collection“, Einlass 19:00 Uhr, Beginn 19:30 Uhr, Eintritt frei
Bibliothek Luisenbad

Hamburg
9. September 2015
Buchpräsentation und Lesung „Schöne Töchter“
Carlsen Verlag

Hamburg
4. Dezember 2015
Lesung „Schöne Töchter“
Niendorfer Büchereck

Oberhausen
19. September 2015
Ausstellungseröffnung „Das ist doch keine Kunst“, Gemeinschaftsausstellung mit Flix, Ralph Ruthe und Joscha Sauer (20.9.2015 – 17.1.2016)
Ludwiggalerie Schloss Oberhausen

Frankfurt
17. Oktober 2015, 14 Uhr
Frankfurter Buchmesse
Lesung „Schöne Töchter“, Lesezelt

Frankfurt
18. Oktober 2015
Signierstunde „Schöne Töchter“
Frankfurter Buchmesse – Carlsen Stand

Nürnberg
12. November 2015
Lesung „Schöne Töchter“
Burgtheater

Köln
13. November 2015
Gespräch und Lesung „Schöne Töchter“
Erfurter Herbstlese

Erfurt
28. November 2015
Lesung „Schöne Töchter“
Erfurter Herbstlese

Wolfenbüttel
(Veranstaltung in Planung)

Veröffentlicht unter News

Rohrkrepierer – Eine Jugend auf St. Pauli

Die neue Graphic Novel von Isabel Kreitz

Buch Cover Rohrkrepierer Eine Jugend auf St Pauli Isabel KreitzEine Kindheit und Jugend im Nachkriegsdeutschland: Was Konrad Lorenz in seinem autobiografischen Roman „Rohrkrepierer“ beschreibt, hat Isabel Kreitz nun bildlich in eine beeindruckende Graphic Novel übersetzt.

Erzählt wird die Kindheit und Jugend von Kalle. Er wächst im Hamburger Stadtteil St. Pauli auf. Doch hätte sich diese Geschichte sehr ähnlich auch in jeder anderen deutschen Stadt zutragen können: Das Spielen auf den Straßen und in den Ruinen, die Mütter, die mit dem alltäglichen Überleben der Familie beschäftigt sind, die Väter, die gefallen oder verschollen sind, oder schwer traumatisiert aus dem Krieg zurückkehren. All das hat eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen im Deutschland der 50er und 60er Jahre so erlebt. Es ist eine Zeit, in der sie die überlebensnotwendige Härte der Erwachsenen zu spüren bekommen. Sie sind oft auf sich allein gestellt und müssen lernen mit den Nachkriegsfolgen zu leben: Väter, die sich in den Alkohol flüchten, Mütter, die auf dem Schwarzmarkt für das Überleben der Familie sorgen, Beziehungen der Eltern, die in Trümmern liegen. Aber das Alleinsein ist nicht nur eine Bürde, es verschafft Ihnen eine ungeheure Freiheit. Kalle und seine Kumpels ziehen durch St. Pauli und lernen das Leben ganz unverblümt kennen und treffen auf wahre Freundschaft, die erste Liebe und andere Abenteuer.

Konrad Lorenz ́autobiografischer Roman „Der Rohrkrepierer“ begeisterte die Hamburger Comiczeichnerin Isabel Kreitz sofort. In ihrer gleichnamigen Graphic Novel verdichtet sie den Stoff und spürt in atmosphärischen Bildausschnitten den Ereignissen vor etwa 60 Jahren nach. Die Künstlerin setzt dabei Sepiatöne mit blauen Einfärbungen ein, die zusammen mit den unterschiedlichen Perspektiven die Erzählung sehr plastisch machen, geradezu filmisch. Meisterhaft schafft sie Spannungsbögen, variiert die Geschwindigkeit der Erzählung und gibt nicht nur einen vielschichtigen Einblick in die Welt der Protagonisten, sondern zeichnet auch ein detailliertes Bild von Hamburgs St. Pauli der Nachkriegszeit.

Isabel Kreitz
Die 1967 in Hamburg geborene Illustratorin wurde bereits mehrfach für ihre Comics und Ihre Arbeiten ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Comic-Preis des Comicfestivals Hamburg, dem Sondermann-Preis der Frankfurter Buchmesseund zuletzt als „Beste deutsche Zeichnerin“ mit dem Max und Moritz-Preis des Comic-Salons Erlangen (2012).

Isabel Kreitz hat an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg studiert und kam während eines Gastsemesters an derNew Yorker Parsons School of Design auf den Gedanken, sich fortan hauptberuflich mit Comics und Cartoons zu beschäftigen.Seither hat sie zahlreiche Comicalben, Hefte und Graphic Novels veröffentlicht und verdient ihr Geld – außer mit dem Verfassen und Zeichnen von Comics – mit Illustrationen aller Art.

Konrad Lorenz
Autor des Romans „Rohrkrepierer“. Konrad Lorenz wurde 1942 im Hamburger Stadtteil St. Pauli geboren. Er ging dort zur Schule und absolvierteeine Lehre als Maschinenschlosser. Schon als Jugendlicher ging er seiner künstlerischen Begabung nach, malte viel und schrieb zahlreiche Kurzgeschichten, die in den 60er Jahren erschienen. Dennoch heuerte er auf einem Frachter an, um der Wehrpflicht in der Bundeswehr zu entgehen.Er fuhr über Jahre als Ingenieur zur See, erst mit 55 Jahren, als er in Frührente ging, widmete er sich wieder dem Schreiben. 1991 wurde sein fantastischer Roman „Das Nachtschattenspiel“ veröffentlicht, 2011 sein autobiografischer Roman „Rohrkrepierer“ (Edition Temmen), dessen Fortsetzung unter dem Titel „Der Dwarsläufer“ 2013 erschien.

Isabel Kreitz im Gespräch

1. Wie entstand die Idee, den Roman „Rohrkrepierer“ in eine Graphic Novel zu übersetzen?
„Nach meiner Büro-Übersiedlung nach St. Pauli hatte ich den Wunsch, die Umgebung in einer längeren Geschichte abzubilden, die ich schon zuvor im Hirn hatte, aber noch nicht angehen mochte. Mir fehlte der richtige „Ton“, ich wusste nicht, wie ich die authentische „Sprache“ meiner Protagonisten finden sollte, alles, was ich bereits zu Papier gebracht hatte erschien mir zu künstlich. Mein „Vermieter“, der Pastor der St. Pauli-Kirche, drückte mir eines Tages ein Buch in die Hand, dessen Autor kurz zuvor in der Kirche gelesen hatte. „Rohrkrepierer“ von Konrad Lorenz traf genau den Ton, den ich gesucht hatte. Statt eine eigene Geschichte zu konstruieren beschloss ich, Konrad zu fragen, ob ich seinen Roman benutzen dürfe um eine Graphic Novel zu zeichnen.“

2. Woher kommt Ihre fast filmische Herangehensweise an die Geschichte „Rohrkrepierer“?
„Meine persönliche Comic-Sprache steht dem Film sehr viel näher, als der Literatur. Wenn ich einen Comic entwerfe, zeichne ich ein Storyboard, d. h. ich skizziere kleine Seiten und schreibe die Dialoge an den Rand. Das zeigt im Grunde schon, welche Gewichtung Bild und Text für mich haben. Der Dialogtext unterstützt das Bild um die Geschichte zu erzählen, nicht Andersherum. Ich habe großen Spaß beim austüfteln von Möglichkeiten, Texte in Bilder zu übersetzen, ohne zusätzliche Hilfsmittel, etwa Textkästen mit Orts und Zeitangaben o.ä, nutzen zu müssen, Bildinhalte zu verdichten und den Raum zwischen zwei Bilden möglichst weit auszudehnen. Möglicherweise ist das ein Überbleibsel aus meinen „Lehrjahren“ in einem Cartoon-Studio für Zeitungs- und Zeitschriftencomics.“

3. Wie genau entsteht denn ein Isabel Kreitz Comic – welche Arbeitsschritte gehören dazu?
„Ich habe das Prinzip der industriellen Produktionsweise der Studios übernommen und die Arbeit in drei bis vier Schritte aufgeteilt, die ich hintereinander abarbeite. BeiLiteraturadaptionen (wie dem Rohrkrepierer) beginne ich erst einmal den Text zu strukturieren, indem ich Handlungsbausteine erfasse und sie in verschiedenen Zeitebenenanordne. Im Text können zeitliche Abläufe ja viel freier, weniger chronologisch eingesetzt werden, als im Comic. Der zentralste und wichtigste Arbeitsschritt ist für mich das Storyboard. Im Storyboard enthalten sind bereits kleine Seitenlayouts. Darin lege ich die Bildfolgen und Dialoge jeder Einzelseite fest. Hier teile ich einen Text in Worte und Bilder auf, entscheide also, welche Information ich wie transportiere. Ich kann die Lesegeschwindigkeit solcher textloser Passagen durch Verwendung großer Übersichtsbilder senken, bzw. mit Hilfe vieler kleiner Bilder erhöhen.In die Filmsprache übersetzt, wären das lange oder kurze Schnitte. Bild und Text eines Panels sollen zu einem Zeichen verschmelzen. Fünf bis sechs Bilder ergeben eine Seite. Ich achte darauf, dass das Lesen der Texte in den Sprechblasen in der gleichen Geschwindigkeit passiert, wie das Lesen der Bildinformation. Bewegt sich zum Beispiel in einem Bild ein Objekt mit hoher Geschwindigkeit, sollte die Textmenge entsprechend knapp sein, um die Bewegung nicht „einzufrieren“. Eine Szene mit statischen oder bewegungslosen Objekten lässt hingegen eine größere Textmenge zu. Textmenge und Anzahl der Bilder werden also bereits im ersten Arbeitsschritt aufeinander abgestimmt und das Seitenlayout wird entworfen. Bei der Verteilung der Dialoge auf die Einzelbilder sollten die Szenen am Ende einer Einzel- oder Doppelseite beendet werden. Das Umblättern kann dabei ganz wie ein Szenenwechsel im Film genutzt werden.

Mich reizt die Problemlösung bei der Übersetzung von Text-Informationen in Bild-Informationen. Mit der Fertigstellung des Storyboards bin ich schon in der Lage, die Geschichte erstmalig zu lesen. Text und Bild sind dabei in meiner Vorstellung bereits zu einer Einheit verschmolzen. Ich kann nachjustieren und korrigieren, wo es noch Verständnisprobleme gibt, oder die Geschwindigkeit nicht stimmt. Ich kann Szenen umbauen, Bilder, Texte und ganze Seiten verändern. Bin ich einigermaßen zufrieden mit dem Storyboard, beginne ich mit der Bildrecherche für die Vorzeichnungen. Da ich die Szenen bereits in meiner Vorstellung sehe, versuche ich Bildvorlagen zu finden, die eine Schnittmenge bilden aus meiner Vorstellung und realen Gegebenheiten. Es ist mir wichtig, die vorhandenen Quellen sichtbar zu machen, Originalschauplätze und authentische Fahrzeuge etc. zu zeigen. Ich erzähle ja die Lebensgeschichte einer realen Figur in Bildern. Nur die authentische Wiedergabe der Schauplätze und Details, soweit dokumentiert, machen für mich Sinn. Bei der Vorzeichnung nutze ich schon viele der groben Mini-Skizzen aus dem Storyboard für den Bildaufbau. Ich versuche, die ganze Seite im Blick zu behalten und wechsle Perspektiven, nahe und ferne Objekte, um die Seite interessant zu machen. Nach Beendigung der Vorzeichnungen kommt die Reinzeichnung und damit der langweiligste Teil meiner Arbeit.

Alle Zutaten sind vorhanden, Text und Bild sind festgelegt, Abgesehen von kleineren Korrekturen ist dies die Phase in der ich viele Hörbücher benötige. Der Rest ist Technik. Scannen der Originale und das Einfügen der Texte durch einen Computerfont. Für zukünftige Projekte wird es wohl auch andere Herangehensweisen geben. Möglicherweise verlangen die Geschichten nach einer anderen Grafik. Wichtig ist mir, dass Erzählung und Bild in einen sinnvollen Zusammenhang stehen. Ich habe die Aufgaben von Text und Bild für meinen Bedarf klar definiert, sicherlich weniger originell als zweckorientiert.“

Termine mit Isabel Kreitz und Konrad Lorenz:

Hamburg
23. September 2015, 19 Uhr
Buchpremierenparty „Rohrkrepierer“, Eintritt frei
Silbersack, Silbersackstraße 9, 20359 Hamburg

Hamburg
1. Oktober 2015, Einlass 19 Uhr, Beginn 20 Uhr
Buchvorstellung und Lesung „Rohrkrepierer“, Ausstellung, Spende als Eintritt erwünscht
St. Pauli Kirche, Pinnasberg 80, 20359 Hamburg

Hamburger Comicfestival
10. Oktober 2015

Frankfurt am Main
14 + 15. Oktober 2015
Signierstunde, Isabel Kreitz zu Gast auf der Frankfurter Buchmesse
Signierstunde

Berlin
29. Oktober 2015, 20 Uhr
Buchvorstellung und Lesung „Rohrkrepierer“
Max und Moritz, Oranienstraße 162, 10969 Berlin

Veröffentlicht unter News

Die Energiewende – hart an der Wirklichkeit

Was passiert, wenn sich grundsätzliche Rahmenbedingungen unserer Gesellschaft verändern? Wenn sich aufgrund des drohenden Klimawandels einschneidende gesellschaftliche Veränderungen vollziehen? Was geschieht eigentlich hinter den geschlossenen Türen, wenn sinnvolle Entwicklungen im Bereich der erneuerbaren Energien sich wirtschaftlich immer noch nicht durchsetzen, obwohl es jedem Kind als richtig erscheint? Welche Fäden werden von den Verlierern der Energiewende gezogen, damit ihr angestammtes Geschäftsmodell nicht unterbrochen wird?

Buch Cover Grenzen der Gier Burkhard Schulze DarupBurkhard Schulze Darup hat darüber einen hochaktuellen Thriller geschrieben. Die Nachrichten über Klimakatastrophen häufen sich, das Ende kostengünstiger fossiler Ressourcen wird prophezeit, neue, oftmals kritisierte Verfahren zur Energiegewinnung wie z.B. Fracking werden entwickelt, um dem Energiehunger der reichen Länder weiter Futter zu geben. Die Profitgier zahlreicher Akteure scheint keine Grenzen zu kennen, nicht einmal auf Kosten der Lebensgrundlage der Menschheit – ihres natürlichen Lebensraums.Doch wie ist es wirklich? Wie viel Profit wollen die Menschen aus veralteter Technik schlagen, mit der das Lebenssystem der Erde geschädigt wird? Ab wann sind Menschen bereit, umzudenken?

In seinem Politthriller „Grenzen der Gier“ schaut Burkhard Schulze Darup genau dorthin, wo es weh tut und spürt diesen Fragen nach. Rasant erzählt und mit viel Feingefühl für die menschliche Natur entwickelt er die Geschichte um die Unternehmerin Anna Graffin und den Architekten Markus Berger. Graffin & Partners ist eine internationale Firma der Energiebranche. Bisher hat sie erfolgreich im Sektor fossile Energien Profit erwirtschaftet. Doch die erneuerbaren Energien spielen eine immer wichtigere Rolle, so dass auch im Unternehmen von Anna Graffin und ihrem Mann klar wird: eine Neuausrichtung ist unumgänglich. Für Anna die Gelegenheit, selbst aktiv zu werden und mehr Einfluss in der Firma zu erlangen – wie sich herausstellt, ein gefährliches Vorhaben, denn es gibt Menschen, die das zu jedem Preis verhindern wollen…

Zum Inhalt
Markus Berger leitet ein recht erfolgreiches Architekturbüro in Berlin-Kreuzberg und interessiert sich vor allem für Aufträge im Sinne des nachhaltigen Bauens. Er würde gern noch viel mehr Neubauten und Sanierungen mit Plus-Energietechnik realisieren. Da kommt der Auftrag von Graffin & Partners gerade recht, für sie soll sein Büro in diesem Sinne ein ganzes Stadtviertel in Delhi planen und bauen. Dass der Auftrag ausgerechnet von einem der großen globalen Heuschreckenunternehmen kommt, sorgt allerdings auch für Irritation. Welche Interessen stecken dahinter? Immer deutlicher stellt sich heraus, dass die Akteure, die lange am Hebel gesessen haben, sich nicht ohne Gegenwehr vom Markt vertreiben lassen. Mit illegalen und kriminellen Methoden sorgen manche ihrer Protagonisten dafür, dass der Sektor der regenerativen Energien nicht zu groß wird und der Profit möglichst in die eigenen Taschen fließt. Dabei schrecken sie nicht einmal vor Mord zurück.

Dr. Burkhard Schulze Darup, Jahrgang 1955, ist Architekt und Stadtplaner. Seit den 1980er-Jahren setzt er Modellprojekte für nachhaltiges und energieeffizientes Bauen um. Zuletzt hat er neue Akzente gesetzt durch die Fragestellung, wie im Gebäudebestand bis zum Jahr 2050 Klimaneutralität erreicht und dieses Ziel als Chance für die Baukultur genutzt werden kann. „Grenzen der Gier“ ist sein erster Roman. Er lebt mit seiner Frau in Nürnberg.

Veranstaltung in München:
Gemeinsame Lesung mit Prof. Ingrid Krau („Kohle, Öl und Krieg“ erschienen im Transit Verlag)
und Dr. Burkhard Schulze Darup („Grenzen der Gier“)
In der Selbach-Umweltstiftung
Dienstag, den 10. November 2015

Veranstaltung in Hamburg:
Gespräch und Lesung zum Thema „Erneuerbare Wege“
mit Dr. Burkhard Schulze Darup („Grenzen der Gier“)
im Gespräch mit Prof. Peter O. Braun (Architektur, Solares Bauen und Energetische Gebäudesanierung)
In der HafenCity Universität (Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung)
Dienstag, den 17. November 2015

Weitere Veranstaltungen zum Buch sind in folgenden Städten in Planung:
Berlin, Frankfurt und Nürnberg

Die Grenzen Der Gier
Die Energiewende – hart an der Wirklichkeit
Ein Roman von Burkhard Schulze Darup
281 Seiten, Broschur
ISBN 978-3-944836-20-1
14,90 EUR
Erschienen im Westkreuz Verlag

Veröffentlicht unter News

Liebe zum Nachtisch

Ist es in der Liebe wie beim Essen – kommt das Beste tatsächlich zum Schluss?

Buch Cover Victoria Seifried Liebe zum NachtischDas Buch
Helena steckt seit zwei Jahren in ihrer langweiligen Beziehung mit Rainer fest. Sie lebt in Berlin mit ihrer Landschildkröte Pirmin, die nicht nur Helenas guter Freund, sondern auch ihr Berater ist, denn sie benutzt Pirmin als Orakel, um all die kleineren und größeren Fragen ihres Lebens zu beantworten. Alles geht beschaulich seiner Wege, und Helena steckt in einer handfesten „Quarterlife-Crisis“ fest. Bis Jeffrey kommt! Mit dem Halbamerikaner verbringt sie eine aufregende Nacht, doch er steigt am nächsten Morgen in den Flieger nach New York. Unmittelbar nach Jeffreys Abreise wird Helena unter ihrem PAX-Kleiderschrank begraben – eine (im wahrsten Sinne) erdrückende Situation, die einen Wendepunkt in ihrem Leben markiert – und sie beschließt, ihrem Alltag einen Ruck zu geben und reist in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, um nach Jeffrey zu suchen.
Mit im Gepäck jede Menge Respekt vor dieser riesengroßen Stadt, die leise Hoffnung, ihren Traummann bald wieder in die Arme schließen zu können, und natürlich Schildkröte Pirmin. Doch nur anhand seines Vornamens wird es schwierig, Jeffrey in der Weltmetropole aufzuspüren. Eine aufregende Suche beginnt, bei der Helena nicht nur ihre Liebe zu New York Cheesecake entdeckt…

Die Autorin
Victoria-Louise Seifried wurde 1987 in Berlin geboren. Seit 2007 schreibt sie Gedichte und Kurzgeschichten, die sie auf Poetry Slams, Stand-up-Comedy-Bühnen und bei unterschiedlichen Kulturprojekten vorträgt. Sie hat Psychologie studiert und Psychologische Diagnostik an der Universität Potsdam unterrichtet. Am Street College, einem sozialen Projekt des Gangway e.V. in Berlin, ist sie außerdem als Lehrerin tätig und unterstützt Jugendliche beim Erlangen ihres Hauptschulabschlusses. „Liebe zum Nachtisch“ ist ihr erster Roman. Weitere Informationen unter: http://www.victorianisch.de/

Victoria Seifried – Liebe zum Nachtisch
Roman
Originalausgabe
Taschenbuch, Broschur, 400 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-41822-6
EUR 8,99 [D] | EUR 9,30 [A] | CHF 12,50
Heyne Verlag
Erscheint am 10. August 2015

Veröffentlicht unter News

Licht ins Dunkel

– Taub, blind und erfolgreich
– Die frühen Lehrjahre von Helen Keller
– Eine berührende Geschichte in bewegenden Bildern
– Ausgezeichnet mit dem Eisner Award 2013
– Nominiert für den Hauptpreis beim Angoulême Comic-Festival 2014

Buch-Cover-Joseph-Lambert-Sprechende-Haende-Die-Geschichte-von-Helen-KellerHelen Keller ist eine Ikone der Sonderpädagogik. Obwohl seit dem zweiten Lebensjahr taubblind, lernt sie reiten, tanzen und macht einen Universitätsabschluss. Später wird sie als Autorin weltberühmt. Den Grundstein für diesen bemerkenswerten Lebenslauf legte ihre Lehrerin Annie Sullivan. Joseph  Lambert schildert in seiner preisgekrönten GraphicNovel die frühen Lehrjahre von Helen Keller. Nach zähem Ringen gelingt es dem Mädchen, Dunkelheit und Stille zu überwinden. Eine berührende Erzählung über Freundschaft und das prägende Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler. Joseph Lambert findet einzigartige Bilder, um Nichtbetroffene die kaum begreifbare Erlebniswelt der taubblinden Menschen zu vermitteln.

„Dieses Buch ist weit davon entfernt, eine Heiligendarstellung zu sein. Vielmehr zeigt es die Hindernisse und Widersprüche, auf die die beiden Heldinnen stoßen. Ihr Streiten, zuerst gegeneinander, dann Seite an Seite, schweißt sie untrennbar zusammen. Gemeinsam stellen sie sich gegen das Schicksal – und gewinnen.“ (Pascal Ory, in: Histoire)

Joseph Lambert wurde 1984 in Kansas geboren und lebt heute in Vermont. Er studierte dort am Center for Cartoon Studies in White River Junction und zählt zu den interessantesten jungen Comic-Zeichnern der USA. Er war beteiligt an zahlreichen Anthologien, u. a. bei Dark Horse und Nobrow. Außerdem arbeitet er als Presseillustrator (z. B. für Business Week). Sprechende Hände ist sein erstes großes Einzelwerk.

JOSEPH LAMBERT IM INTERVIEW

Helen Keller ist ziemlich bekannt im Zusammenhang mit der Geschichte von Bildung und Pädagogik. Was war Ihre persönliche Motivation, dieses Buch zu machen? Woher kam die Idee dazu?
Mein Großvater war Bühnenbildner am Theater. Als Jugendlicher arbeitete ich den Sommer über immer für ihn, half ihm, einzelne Bühnenteile zu bauen und Kulissen zu malen. Ein Stück, an dem wir arbeiteten, war „The Miracle Worker“ („Licht im Dunkel“) von William Gibson, das auf Helen Kellers Autobiografie basiert. Ich verinnerlichte die Geschichte also, als ich noch ziemlich jung war, und hatte sie jahrelang im Hinterkopf. Jahre später, als ich am Center for Cartoon Studies studierte (2006-2008), wurde ich gebeten, etwas zu einer Reihe von Biografien historischer Persönlichkeiten der USA beizutragen. Man schlug mir vor, eine Frau auszuwählen, weil die anderen Porträtierten alle Männer gewesen waren. Helen Kellers Name fiel relativ früh, und ich fand es spannend und herausfordernd, ihre Erfahrungen in einem visuellen Medium darzustellen.

Der erste Teil Ihres Buches ist durch den Film wahrscheinlich recht bekannt. Es gibt jedoch noch einen zweiten Teil, der ein neues Licht auf den ersten wirft, sodass es fast scheint, als würde die Geschichte dadurch eine ganz andere. Wollen Sie mit IhremBuch eine bestimmte Botschaft vermitteln?
Der erste Teil der Geschichte, auf den sich auch das Theaterstück und der Film beziehen, zeigt das meiste dessen, was über die beiden Frauen bekannt ist: Ihr Ruhm und ihr Vermächtnis liegen in diesem triumphalen ersten Kapitel begründet. Als ich begann, an dem Buch zu arbeiten, nachdem ich den Film „The Miracle Worker“ in allen drei Versionen gesehen und Helen Kellers Autobiografie gelesen hatte, erschien mir beides zu blumig, zu verklärt, fast wie ein Märchen. Erst als ich auch etwas über Annies Leben, über ihre turbulente Jugend, las, fand ich einen Zugang zu diesen beiden Frauen und ihrer Welt und konnte mich in sie hineinversetzen. Meine Absicht war also, diese berühmten Figuren menschlich zu machen und zu zeigen, dass es auch nach ihrem phänomenalen kommunikativen Durchbruch eine Menge Schwierigkeiten und Enttäuschungen gab.

Helen Keller lebte vor hundert Jahren und galt als eine Art Genie. Glauben Sie, unser heutiges Bildungssystem ist besser darauf vorbereitet, außergewöhnliche Talente zuentdecken und zu unterstützen?
Interessante Frage. Ich denke schon. Ich würde gerne glauben, dass die Antwort Ja lautet, aber ich bin mir nicht sicher. Im Großen und Ganzen sind wir heute schon besser darauf eingerichtet, Talente zu erkennen, aber es gibt immer noch Kinder, die durchs Raster fallen. Das Problem ist, dass wir alle verschieden sind. Annie hat davon profitiert, dass sie ständig mit Helen zu tun hatte. Helen war ihre einzige Schülerin, daher konnte Annie ihre gesamte Zeit und Energie darauf verwenden, Helens spezielle Art zu lernen zu verstehen. Das ist natürlich nicht bei jedem Kind möglich.

Beherrschen Sie selbst Gebärdensprache?
Nein. Während ich an dem Buch arbeitete, konnte ich eine Zeit lang fast das gesamte Alphabet auswendig. Aber mein Gedächtnis ist generell ziemlich schlecht, und nachdem ich mit dem Buch fertig war, habe ich das meiste wieder vergessen.

Für die deutsche Ausgabe von „Annie Sullivan and the Trials of Helen Keller“ zeichnen Sie die Hände der Figuren neu, damit die Gebärdensprache auch für das deutsche Publikum Sinn ergibt. In wie viele Sprachen wird das Buch übersetzt? Wie oft musstenSie bislang neue Hände zeichnen?
Englisch (die Originalausgabe), Französisch, Deutsch und Niederländisch (das steht noch aus). Ich glaube, es wird auch über eine spanische Version verhandelt, bin mir aber nicht ganz sicher.

Sie haben Ihren Abschluss am Center for Cartoon Studies gemacht und „Annie Sullivan“ war Ihr erstes Buch. Sie haben den Eisner Award gewonnen und waren für den PrixAngoulême nominiert. Was kommt als Nächstes? Sitzen Sie bereits an etwas Neuem?
Vor „Annie Sullivan“ habe ich bereits ein Buch veröffentlicht, es war eine Studienarbeit, eine Sammlung von Kurzgeschichten mit dem Titel „I Will Bite You! and Other Stories“, auf Englisch bei Secret Acres und auf Französisch bei Alter Comics („Je vais te mordre“) erschienen. Zurzeit arbeite ich an einer Handvoll verschiedener Dinge, aber davon ist noch nichts spruchreif. Auf jeden Fall sind einige Kinderbücher dabei und vielleicht etwas Autobiografisches. Ich beschäftige mich in meiner Arbeit gerne mit Geschwistern und Familien, also wird das nächste Projekt sich wohl in der ein oder anderen Form damit auseinandersetzen.

Joseph Lambert
Sprechende Hände
Die Geschichte von Helen Keller
Euro 19,99 (D) / Euro 20,60 (A) /sFr 28,90
96 Seiten, gebunden
Format: 20,0 cm x 27,0 cm
ISBN: 978-3-7704-5519-5
Erscheint am 05.06.2015
Egmont Graphic Novel

Veröffentlicht unter News