Depressionen, Michelangelo & ich

„Lustig und erschütternd zugleich … Forneys scharfsinnige, lebendige Erzählkunst macht diese Geschichte frech und unterhaltsam.“ Publisher’s Weekly

Buch Cover Ellen Forney Meine Tassen im SchrankEllen Forney
Meine Tassen im Schrank
Depressionen, Michelangelo & ich
ISBN 978-3-7704-5511-9
Klappenbroschur, 256 Seiten, schwarzweiß, Euro 19,99 [D]
Erscheint am 2. Oktober 2014
Egmont Graphic Novel

Ellen Forney ist eine junge, lebenslustige Künstlerin. Sie treibt viel Sport, sprüht vor Kreativität, schläft wenig und arbeitet wie eine Verrückte. Meistens. Manchmal ist sie so schwermütig, dass sie es kaum aus dem Bett schafft. Als ihre Therapeutin ihr eröffnet, dass bei ihr eine bipolare Störung vorliegt, beginnt für sie eine Reise in ihre eigene Psyche, zum Kern ihres Selbst. Manisch-depressiv? Was bedeutet das eigentlich? Ellen Forney steht plötzlich der grundlegenden Frage gegenüber, wer sie wirklich ist – und muss lernen, sich selbst kritisch über die Schulter zu gucken.

Die Autorin
Ellen Forney gewann 2012 den Genius Award in der Rubrik Literatur, der von Seattles StadtmagazinThe Stranger verliehen wird. Zusammen mit Sherman Alexie arbeitete sie an dem RomanThe Absolutely True Diary of a Part-Time Indian, der mit dem National Book Award ausgezeichnet wurde. Außerdem schuf sie die beiden ComicsI Love Led Zeppelin undMonkey Food, die beide für einen Eisner Award nominiert wurden. Seit 2002 unterrichtet sie am Cornish College of the Arts. Sie wuchs in Philadelphia auf und lebt seit 1989 in Seattle. Ellen schwimmt gerne, macht Yoga und repariert kaputtes Zeug mit Gummibändern und Büroklammern.

Auzug aus einem Interview mit Ellen Forney:

Zu Beginn von „Meine Tassen im Schrank“ erfahren Sie von Ihrer Psychiaterin, dass Sie eine bipolare Störung haben. Wann war das?
Ellen Forney: Die Geschichte setzt im Jahr 1998 ein, also kurz bevor ich 30 Jahre alt wurde. Zu diesem Zeitpunkt erhielt ich die Diagnose. Von da an zeigt die Geschichte die nächsten vier Jahre. Das Ende ist dann ziemlich im „Jetzt“.

Haben Sie „Meine Tassen im Schrank“ während dieser vier Jahre gezeichnet? Oder erst danach?
Ellen Forney: Ich habe etliche Sachen in die Graphic Novel eingefügt, die in dieser Zeit entstanden sind, vor allem Zeichnungen aus meinem Sketchbook während der depressiven und der manischen Phasen. Und Zeichnungen und Textausschnitte aus meinen Tagebüchern. Es war mir wichtig, dass ich nicht einfach nur meine Geschichte nacherzähle und meine Erfahrungen wiedergebe, sondern dass auch dokumentierendes Material einfließt. Kunst ermöglicht es, Gefühle auf anschauliche Weise zu zeigen. Die Zeichnungen und Texte stammen aus den Zeiten, als ich mittendrin in diesen Stürmen war. Sie sind so etwas Ähnliches wie Fotos aus dem Inneren eines Tornados. Es ist eine Sache, so etwas im Nachhinein zu reproduzieren. Etwas zu haben, das aus dieser Zeit stammt und aus dem Bauch heraus entstanden ist, das ist etwas ganz anderes.

Um die Metapher aufzugreifen … Konnten Sie den Sturm sehen, als Sie mittendrin waren?
Ellen Forney: Oh, der Sturm ist verwirrend! Das Zeichnen hat mir geholfen auszudrücken, wie es sich anfühlt, vollkommen überwältigt zu werden. Und das gleichzeitig zu erkennen und daraus auszusteigen. Um noch einmal auf die Analogie mit dem Tornado zurückzukommen: Es ist leichter, sich hinzusetzen und ein Foto des Sturms zu analysieren als den Tornado selbst. Schon allein das Hinsetzen und Zeichnen hatte etwas Tröstliches.

Die Übersetzerin
Johanna Wais hat Literaturübersetzen an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf studiert. Sie übersetzt Biografien, Romane und Sachbücher aus dem Englischen und Spanischen.