Christian Moser: „Kleine Ungeheuer“ – Das Grauen wohnt im Kinderzimmer

Christian Moser: "Kleine Ungeheuer" - Das Grauen wohnt im KinderzimmerChristian Moser
Kleine Ungeheuer
Hardcover, 64 Seiten, vierfarbig
ISBN 978-3-551-78576-3
Euro (D) 9,99 | Euro (A) 10,30 | sFr 14,90
Erscheint im April 2014 im Carlsen Verlag

Kinder sind die größte Freude für Eltern, sie können aber auch ganz schön anstrengend sein, diese kleinen Ungeheuer: Wenn sie in der Wanne planschen und Körperpflege zur Nebensache wird oder nachts heulen wie ein Werwolf, so dass an Schlaf nicht mehr zu denken ist. Wenn ihr Wissensdrang sie überkommt und sie stoisch immer wieder dieselbe Frage stellen, die alle Eltern zur Genüge kennen: WARUM?

In seinem Buch wirft Christian Moser einen ebenso unerbittlich genauen wie liebevollen Blick auf das Familienleben mit Kindern. In den Szenarien, die er in seinen Illustrationen entwirft, bricht immer wieder kindliche Anarchie in die geordnete Welt der Erwachsenen ein und stellt diese auf den Kopf. Beim Zeichnen hat er sich von Vorlagen aus Literatur und Film inspirieren lassen: Sind Godzilla, Dracula oder die Mumie in ihren Verhaltensweisen den kindlichen Monstern doch nicht ganz unähnlich. Mit einem Augenzwinkern führt uns Christian Moser vor, dass nicht wir Erwachsenen es sind, die das Geschehen dominieren, sondern natürlich stets die „kleinen Ungeheuer“.

Eine vergnügliche Lektüre für alle Eltern, Großeltern, Geschwister, Onkel, Tanten…

Der gebürtige Münchner Christian Moser (1966 – 2013) war Illustrator, Comiczeichner, Autor und Kabarettist. Bereits als Kind begann Moser mit dem Comiczeichnen, im Alter von 18 Jahren wurden seine ersten Cartoons und Comics in der Münchner Stadtzeitung veröffentlicht. Später arbeitete er als Illustrator für Buchverlage, Zeitungen und Zeitschriften wie Tempo, Prinz und die Süddeutsche Zeitung. Für die ARD und den Bayerischen Rundfunk schuf er Bühnenbilder und Animationen. 1992 gründete Moser gemeinsam mit anderen Münchner Zeichnern den „Comicstrich“ und brachtedas gleichnamige Heft als erstes kostenloses Comicmagazin Deutschlands heraus. Bis 1995 blieb Moser Chefredakteur des Magazins, dessen Ausgaben heutzutage unter Fans begehrte Raritäten sind. Mit der Märchenpersiflage „Rotröckchen und der wilde Wolf“ erschien 1998 sein erstes Buch, in dem sich schon all das findet, was seine Kunst ausmacht: Seine besondere Beobachtungsgabe, seine Fähigkeit, komplexe Charaktere mit wenigen Strichen auf Papier zu bannen und sein Gespür für Humor, mit dem er menschliche Schwächen pointiert aufzeigt. Seine viel beachteten Comic-Biographien über Goethe (1999), Sigmund Freud (2006) und Karl May (2012) wurden allesamt Bestseller. 2001 erschien mit  Monster des Alltags der erste Band seines erfolgreichsten Projekts, dem weitere vier Bände folgten: Moser widmet sich hier insbesondere unseren Schwächen und geheimen Trieben und versinnbildlicht mit seinen liebevoll gezeichneten Monster-Wesen jene verborgenen Kräfte, die unser Denken und Handeln bestimmen. Ab 2002 brachte er seine beliebten Figuren gemeinsam mit dem Wiener Kabarettisten Severin Groebner auf die Bühne. 2013 startete er mit seiner Soloshow „Monster des Alltags – Ich bin nicht schuld“ durch. Christian Moser war ein besonderer Mensch und Künstler, der „sich nie in der Vordergrund gespielt hat. Eine wohltuende Ausnahme gerade in der oft lauten Comicszene, in der manches Mal Mega-Ego auf Schaumschläger kracht.“ (Michael Schleicher, Münchner Merkur).

Mit „Kleine Ungeheuer“ erscheint sein letztes Buch posthum.

Veranstaltungshinweise:
Zum Erscheinen des Buches im April 2014 ist eine Buchpräsentation in München geplant, sowie eine Ausstellung in München und beim Comic-Salon in Erlangen. Weitere Informationen folgen.